Text: 09.02.2016
Berliner Senat

Ausbau der Sprachbildung in Berliner Kitas schreitet voran

Dritter Bericht zum Stand der Sprachförderung in Berliner Kitas belegt


Pressemitteilung vom 09.02.2016
Aus der Sitzung des Senats am 9. Februar 2016:

Berlin ist es auch im vergangenen Jahr gelungen, die hervorragenden Rahmenbedingungen für die Förderung der Sprachentwicklung der Mädchen und Jungen in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege weiter auszubauen. Das bestätigt der Bericht 2015 zum Stand der sprachlichen Bildung und Sprachförderung, den der Senat heute auf Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, beschlossen hat. Der Bericht wird nun dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnis gegeben.

„Der Bericht liefert einen eindrucksvollen Beleg für den Erfolg der vorschulischen Sprachbildung: Während in der Gruppe der Kinder, die zum Erhebungszeitpunkt weniger als ein Jahr lang die Kita besucht haben, der gesonderte Sprachförderbedarf noch bei rund 34 Prozent lag, wiesen nur rund acht Prozent der Kinder mit einer Kita-Besuchsdauer von mehr als drei Jahren einen Sprachförderbedarf auf. Das Land Berlin hat auch 2015 das vorhandene System von Maßnahmen und Instrumenten um weitere Bausteine für die frühkindliche sprachliche Bildung und Förderung aller Kinder – gleich welchen Hintergrunds – ergänzt. Den Weg hin zu mehr Chancengerechtigkeit und bestmöglichen Startbedingungen für den Bildungsweg von Kindern werden wir auch weiterhin entschieden fortsetzen“, so Senatorin Scheeres.

Maßnahmen, die in den beiden Vorjahresberichten erwähnt sind, konnten erfolgreich fortgesetzt werden: So wurde u.a. eine Entwurfsfassung des überarbeiteten Sprachlerntagebuchs in Kitas und Kindertagespflege erprobt sowie das „Zentrum für Sprachbildung“ eröffnet, das auch Fachkräften der Kindertagesbetreuung zur Verfügung steht. Auf das Bundesprogramm „Offensive frühe Chancen“ folgte nahtlos das neue Programm „Sprachkitas“, sodass die wertvolle Arbeit der zusätzlichen Sprachförderkräfte in Berliner Kitas weitergeführt werden kann.

Erklärtes Ziel des Senats ist es, dass Kinder geflüchteter Familien, die noch nicht schulpflichtig sind, möglichst bald nach Ankunft in Berlin eine Kita oder Kindertagespflege besuchen. Niedrigschwellige und flexible Spielangebote in den Not- und Gemeinschaftsunterkünften informieren die Eltern über die bestehenden Möglichkeiten und bereiten den Kita-Besuch vor. Regionale Sprachberaterinnen und Sprachberater klären vor Ort auch über die verpflichtende Sprachstandsfeststellung „Deutsch plus 4“ auf. Der 2014 erarbeitete großformatige Kalender mit sprachanregenden Impulsen „Zwölf sprechende Wände und eine dazu“ findet seinen Einsatz nicht nur in Kitas, sondern auch in den Willkommensklassen.

Hintergrund: Zentrales Ziel der pädagogischen Fachkräfte ist es, Mädchen und Jungen in ihrem Spracherwerb so zu unterstützen, dass sie sich zunehmend aktiv und selbstbewusst ihrer sprachlichen Fähigkeiten bedienen können. Sprachliche Förderung findet gemäß dem „Berliner Bildungsprogramm“ integriert in den sprachanregenden Alltag in Kitas und Kindertagespflege statt: Kinder erhalten von klein auf, quer durch alle Bildungsbereiche vielfältige Sprachanregungen. Im Sprachlerntagebuch lässt sich der Verlauf des Spracherwerbs ganz individuell nachvollziehen. Die sprachanregende Gestaltung des pädagogischen Alltags ist Thema der regelmäßigen internen und externen Evaluationen. Das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung begleitet die für alle Träger verpflichtende Qualitätsentwicklung.



Aufgenommen: 02.03.2016